Tagebau Espenhain - Luftaufnahme 1999 (Skala = 500 m)
Allgemeine Informationen
- Fläche: 3973 ha - Aufschluß des Tagebaues im Jahre 1937 - Erste Kohleförderung 1939 - Inbetriebnahme von ehemals Europas größter Förderbrücke 1944 - Stilllegung der Förderbrücke 1994 - Letzter Kohlezug 1995 - Abgetragener Abraum: 1.7 Milliarden m³ - Gewonnene Rohkohle: 588 Millionen t - Sprengung der Förderbrücke 1997
-- Flutung seit 2002 --
Im Süden Leipzigs befinden sich heute nur noch Restlöcher von ehemaligen Großtagebauen. Östlich des grössten Tagebaus Zwenkau
befindet sich der Tagebau Espenhain. Von 1939 bis 1994 wurde hier Braunkohle abgebaut. Die sich über der Braunkohle befindenden Meeressande sind in das
Oligozän (Oligocene), genauer in das Rupelton (Rupelium) einzuordnen, also in einer Zeit vor etwa 28.5-33.7 Millionen Jahren.
In diesen Meeressanden wurden weit über 300 Arten verschiedene Fossilien nachgewiesen. Dabei stellen die Mollusken die Klasse mit den meisten Arten dar,
gefolgt von den Fischresten. Desweiteren gibt es Krabben und Hummer (Crustacea), Schildkröten- und Krokodilreste. Auch Vogelknochen und Säugetierreste
(vor allem Halitherium) konnten hin und wieder gefunden werden. Einen sehr wichtigen Punkt stellen die Landsäuger dar. So wurden im Leipziger Raum mehrere
Arten, wie Schreckschweine oder Nashörner, nachgwiesen.
Auch Pflanzenreste wurden in verschiedenen Horizonten nachgewiesen. Am weitesten verbreitet sind verkieselte Hölzer aus den Braunkohleschichten, sowie
Schwemmhölzer aus dem Phosphoritknollenhorizont. Die bis zu mehreren Tonnen schwere Blöcke verkieselten Holzes kommen vorwiegend in Markkleeberg und in
der Südseite des Tagebaues Espenhain vor. Exemplare dieser Holzreste kann man vor dem Leipziger Naturkundemuseum und vor dem privaten Niersteiner Museum
bewundern. Blattreste findet man häufiger in sogennanten versandeten Pfosphoritknollen. Desweiteren gibt es im Phosphoritknollenhorizont mehrere Arten
verkohlter und verkieselter Zapfen und Früchte.